Die Lakota-Schüler von St. Josefs erkunden die Wunder der Black Hills

Vom „Buffalo Roundup“ bis zum „Crazy Horse Volksmarch“: Die Kinder von St. Josefs erlebten in den Black Hills ein Wochenende voller Abenteuer in der Natur, mit atemberaubenden Ausblicken und bedeutsamen kulturellen Momenten.

Sechs Schülerinnen und Schüler der St. Josefs Indianerschule erlebten ein unvergessliches Abenteuer in den Black Hills von Süddakota. Gewaltige Monumente, raue Wanderwege und eines der bekanntesten Ereignisse der Region bildeten die Kulisse zum Lernen, Nachdenken und Zusammenwachsen. Ob hunderte Büffel, die über die Prärie donnerten, oder der Blick von der Spitze des Crazy Horse Memorial: Das Wochenende war weit mehr als eine Besichtigungstour.

Ben, Ansprechpartner für den Wohnbereich der St. Josefs Indianerschule, hat seine Eindrücke aufgeschrieben. Er erzählt, wie die Kinder die Schönheit der Natur genossen, ihre Freundschaften stärkten und merkten, dass einige der schönsten Momente in den ruhigen Pausen zwischen den großen Abenteuern lagen.

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Vom 24. bis 27. September verbrachten sechs Lakota (Sioux)-Kinder der siebten und achten Klasse von St. Josefs mit zwei Betreuern ein Naturwochenende in den Black Hills.

Der Höhepunkt des ersten vollen Tages begann am 25. September lange vor Sonnenaufgang. Um 4:20 Uhr brach die Gruppe von der Unterkunft auf, um beim jährlichen „Buffalo Roundup“ im Custer State Park dabei zu sein. Schon bei der Einfahrt in den Park standen die Autos kilometerlang auf den kurvigen Straßen. Während der langen Wartezeit schalteten viele Fahrer ihre Scheinwerfer aus, und plötzlich lag der Park in völliger Dunkelheit. Genau da erwachte der Himmel zum Leben: Unzählige Sterne leuchteten über der Gruppe. Allein dieser Anblick war das frühe Aufstehen wert.

Um 6:30 Uhr öffneten sich endlich die Tore, und die Autokolonne setzte sich langsam wieder in Bewegung. Ein großes Feld diente als provisorischer Parkplatz. Von dort wanderte die Gruppe zu einem Aussichtspunkt über dem Tal und wartete erneut. Gegen 10:30 Uhr kündigte ein fernes Grollen an, dass es endlich so weit war. Kurz darauf tauchten hunderte und aberhunderte Büffel hinter den Hügeln auf und donnerten durch die Landschaft. Cowboys zu Pferd lenkten die gewaltige Herde geschickt durch das Tal. Mehrmals brachen Bullen aus und stürmten auf die Reiter zu. Es war spannend zu sehen, wie die Reiter im Team und mit schneller Reaktion einander schützten und die Tiere sicher zurücklenkten. Jedes gelungene Manöver wurde vom Publikum bejubelt. Nach einem letzten Lauf auf eine kleinere Weide endete der Roundup ohne Zwischenfälle – ein unvergessliches Erlebnis.

Danach ging es zum Mittagessen nach Custer zu „Black Hills Burger & Pizza Co.“. Die Gruppe hatte Glück: Kurz darauf schloss das Restaurant für die Wintersaison. Satt und mit viel Gesprächsstoff erkundete die Gruppe den restlichen Tag den Sylvan Lake. Besonders viel Spaß hatten die Kinder beim Klettern auf den Felsformationen rund um den See.

Auch an den folgenden Tagen ging es hinaus in die Natur. Andrew, einer der Betreuer, ist Hausvater bei St. Josefs und in der Gegend von Rapid City aufgewachsen – ganz in der Nähe des „Buffalo Roundup“. Er führte die Gruppe durch den „M Hill“ (ein Hügel, der aussieht wie ein M) in Rapid City. Das Gelände umfasst rund 120 Hektar mit Kiefern bewachsene Hänge und kilometerlange Wanderwege. Die Kinder waren stundenlang unterwegs und genossen die Aussicht.

Zum Abschluss stand am 27. September ein besonderes Erlebnis an: der „Crazy Horse Volksmarch“ am Crazy Horse Memorial. Nur zweimal im Jahr dürfen Besucher direkt bis zur Felsskulptur von Crazy Horse und hinaus auf seinen Arm wandern. Dafür legte die Gruppe eine 5 Kilometer lange Strecke auf den Wegen des Memorials zurück. Oben auf dem Monument bot sich den Wanderern und den Kindern ein fast vollständiger Rundblick über die Black Hills. Die Kinder ließen die Landschaft lange still auf sich wirken.

Der „Buffalo Roundup“ und der „Volksmarch“ waren großartige und einzigartige Erlebnisse. Doch einige der schönsten Momente lagen dazwischen: beim Versteckspielen, beim Entspannen in den Schaukelstühlen auf der Veranda, auf den Wanderwegen oder einfach in der gemeinsamen Zeit. Das Wochenende bot die Gelegenheit, zur Ruhe zu kommen und die Natur bewusst wahrzunehmen. Die ganze Zeit über teilte die Gruppe ein gemeinsames Gefühl: die Ruhe und Schönheit der Natur wertzuschätzen.