Fragen und Antworten

Was ist die Mission der St. Josefs Indianerschule?

Seit 1927 kümmert sich die St. Josefs Indianerschule um den Schutz und die Erziehung der jungen Ureinwohner Amerikas. Ihre Aufgabe ist es, für die Grundversorgung der Kinder (Nahrung, Kleidung und medizinische Versorgung) und die geistige, emotionale und schulische Entwicklung eines jeden Kindes zu sorgen, unter Wahrung ihrer Kultur und Traditionen. Derzeit stellen sich neue Herausforderungen für die Ureinwohner Amerikas: Um auch andere indianische Kinder und Erwachsene aus den drei umliegenden Reservaten betreuen zu können, muss der Campus erweitert werden.

Ist die St. Josefs Indianerschule eine akkreditierte Organisation?

Ja, die Schule ist u. a. bei den folgenden Institutionen akkreditiert:

  • Council on Accreditation of Services for Families and Children, Inc. (Rat für die Akkreditierung von Diensten an Familien und Kinder)
  • South Dakota Department of Education (Ministerium für Erziehung, South Dakota)
  • Mitglied der Coalition for Residential Educators (Lehrerverband von South Dakota)

Gehört die St. Josefs Indianerschule der katholischen Kirche an?

Ja, die St. Josefs Indianerschule gehört zur Kongregation der Gemeinschaft der Herz-Jesu Priesterschaft und wird von ihr verwaltet.

Wer leitet die St. Josefs Indianerschule?

Der bisherige Direktor der St. Josefs Indianerschule war Pater Stephen Huffstetter, SCJ. Da Pater Huffstetter, SCJ, die Aufgaben des neuen Provinzials der Herz-Jesu-Priester in Rom übernommen hat, hat der Kaplan der St. Josefs Indianerschule, Pater J. Anthony Kluckman, vorübergehend die Aufgaben an der Schule beaufsichtigt. Seit dem Jahr 2014 liegt die Leitung der Schule in der Verantwortung von Direktor Mike Tyrell, der auch Mitglied des Vorstandes der St. Josefs Indianerschule ist.

Warum hat der St. Josef Indianer Hilfswerk e.V. kein Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI)?

Dies ist freiwillig und erfordert eine große Menge an Engagement und, wie die große Mehrheit von Spendenorganisationen in Deutschland, verfügen wir derzeit nicht über das DZI-Gütesiegel. Wir haben es auch noch nicht beantragt. Allerdings erkennen wir auch die Bedeutung der DZI-Standards und unser Streben ist es, dieses Spendensiegel in der nahen Zukunft zu erhalten.

Warum sendet der St. Josef Indianer Hilfswerk e.V. so viele Briefe an die Spender?

Mit Spendenbriefen Geld zur Finanzierung von Programmen zu erhalten, ist nicht so einfach. Reaktionszeit und Spendenmenge sind niedriger, als bei vielen anderen Formen der Spendensammlung. Wir versuchen die Anzahl der Spendenbriefe, die wir senden, mit Bedarf an Mitteln, die wir zur Unterstützung der Hilfsprogramme für die St. Josefs Indianerschule benötigten, abzustimmen. Wenn Sie mehr oder weniger Briefe empfangen möchten, dann lassen Sie es uns wissen und wir werden uns an Ihre Wünsche halten.

Warum enthalten die Briefe kleine Präsente (Beilagen im Spendenbrief)?

Nicht alle Spendenbriefe enthalten Präsente. Viele Spender freuen sich über diese Präsente. Sie helfen dabei, über unsere Aufgaben zu kommunizieren und somit auch die Programme und Hilfsdienste zu finanzieren. Vielleicht überrascht es Sie, aber Spendenbriefe mit Präsent erweisen sich meist als effektiver als solche ohne!

Wie schlimm ist die Armut der Lakota-Kinder?

In einigen Gebieten, insbesondere in den Reservaten, lebt jedes zweite* Lakota-Kind immer noch unterhalb der Armutsgrenze. Süddakota, wo sich die St. Josefs Indianerschule befindet, hat die höchste Armutsrate unter allen Indianern der US-Bundesstaaten. Die dortige Bevölkerung ist die wahrscheinlich wirtschaftlich am stärksten benachteiligte im ganzen Land.

*Quelle: US Census bureau

Erhält die St. Josefs Indianerschule staatliche Unterstützung?

Die Schule erhält staatliche Unterstützung für die Kantine zum Mittagessen und die Hausaufgabenbetreuung für bedürftige Schüler. Obwohl die Schule keine weiteren, regelmäßigen Subventionen aus Bundesmitteln erhält, bekommen wir in kleinem Rahmen außerordentliche Zuschüsse für spezifische Projekte. Private Spenden bilden unsere hauptsächliche Einnahmequelle.

Woher kommen die finanziellen Ressourcen der St. Josefs Indianerschule?

Es sind Einzelpersonen und Freunde wie Sie, die die finanzielle Unterstützung und die Betreuung der Lakota-Kinder ermöglichen. Um dies zu gewährleisten, versenden wir weltweit jedes Jahr mehr als 30 Millionen Briefe.

Wer finanziert das Bildungsangebot für die Schülerinnen und Schüler der St. Josefs Indianerschule?

Die Schule verlangt keine finanzielle Beteiligung von den Familien. Alle Bedürfnisse der Kinder – Unterbringung, Bekleidung, medizinische Versorgung und Bildung – werden durch die großzügige Unterstützung von Menschen wie Sie erfüllt.

Bietet die St. Josef Indianerschule Stipendien für die Absolventen?

Der Stipendienfonds der St. Josefs Indianerschule wurde von der Kongregation der Gemeinschaft der Herz-Jesu Priesterschaft ins Leben gerufen, um Jugendlichen, die die Elementar- oder Sekundarschule abgeschlossen haben, weiterhin zu unterstützen. Zuschüsse zur Finanzierung eines Studiums werden Studenten der amerikanischen Ureinwohner gewährt, die eine akademische Berufsausbildung anstreben und bei einer Universität eingeschrieben sind. Berechnet werden die Zuschüsse auf der Grundlage der finanziellen Bedürftigkeit und der akademischen Leistung.

Wohin gehen die Lakota Kinder, die nicht in St. Josef betreut werden?

Sie werden in anderen lokalen Einrichtungen untergebracht. Auf Antrag des gesetzlichen Vertreters können auch die Schulen in der Nähe des Wohnsitzes Unterstützung gewähren.

Welche weitere schulische Unterstützung erhalten die Kinder?

Einige der jungen Bewohner leiden unter unzureichenden Sprachkenntnissen, Lernschwierigkeiten oder emotionalem Stress. Sie profitieren von der sozialen und psychologischen Unterstützung der St. Josefs Indianerschule. Diese Unterstützung wird durch Familienberater, einen Kinderpsychologen, einen Logopäden und einen Heilpädagogen in einem Ressourcen-Center erbracht, das den Kindern hilft, ihre schulischen Probleme zu lösen.

Was ist das Zentrum des heiligen Kreises „Thiyóšpaye“?

Das Zentrum des heiligen Kreises „Thiyóšpaye“ ist ein Raum, in dem die Lakota-Schüler Zeit mit ihren Familien verbringen können. In diesem Zentrum wird eine kurzfristige Unterkunft für Familienbesuche und eine Reihe von sozialen und psychologischen Diensten geboten. Dort finden auch Treffen ehemaliger Schüler statt.

Wo werden die Kinder – wenn nötig – ärztlich versorgt?

Kinder werden im Gesundheits- und Familien Service-Zentrum behandelt, wo ein Teilzeit-Arzt und mehrere Krankenschwestern in Vollzeit arbeiten. Zudem wurden alle pädagogischen Mitarbeiter  der St. Josefs Indianerschule im Arbeiten mit Kindern geschult, um kleinere gesundheitliche Probleme zu behandeln, und sie haben Kurse in Erster Hilfe und Herz-Lungen-Wiederbelebung absolviert.

Was machen die Kinder, wenn sie keinen Unterricht haben?

Die Schule bietet eine Vielzahl von sportlichen Möglichkeiten für Einzelne oder Gruppen: Schwimmen, Basketball, Volleyball, Fußball und Laufen. Das Erholungszentrum bietet eine Sporthalle, ein Spielzimmer und ein Schwimmbad. Jugendliche können eine Indoor-Strecke für Inline-Skating nutzen. In den Familienverbänden gibt es zusätzlich Spiele und z. B. auch noch Fahrräder, Rollerblades und anderes mehr.

Was leisten die Kinder innerhalb des Familienverbandes?

Die Kinder nehmen am täglichen Leben des Familienverbandes teil. Alle haben sie eine Reihe von gemeinsamen Aufgaben zu erledigen: Die Reinigung des Hauses, kochen, den Tisch decken und abräumen, Geschirr spülen, Wäsche waschen und helfen, das Haushaltsbudget einzuhalten. Jede Gemeinschaft trifft sich regelmäßig, um über das Familienleben zu sprechen. Den Kindern wird beigebracht, ihre Mitschüler zu achten und für Körperpflege zu sorgen.

Erhalten alle Kinder der St. Josefs Indianerschule eine religiöse Erziehung?

Ja. Christliche Werte sind ein integraler Bestandteil der Bildungsprogramme. Die Kinder haben die Möglichkeit, die kirchlichen Feste ihres Glaubens zu besuchen. Die katholischen Feiern finden auf dem Campus statt. Die Kinder erhalten regelmäßigen Religionsunterricht und ein Vollzeit-Kaplan unterstützt sie auf ihrer spirituellen Reise.

Welche ethische bzw. religiöse Zugehörigkeit haben die Kinder an dieser Schule?

Alle Kinder, die bei der St. Josefs Indianerschule betreut werden sind indianischen Ursprungs. Sie gehören unterschiedlichen Glaubensrichtungen an: katholisch, protestantisch (Episkopal Church), traditionelle Lakota-Religion und anderes. Über 50% der Kinder sind katholisch, 40% praktizierende Anhänger der protestantischen Episkopal Church und 10% gehören anderen Religionen an.

Wer entscheidet, wann ein Kind so weit ist, die St. Josefs Indianerschule zu verlassen?

Die Entscheidung wird von einem Team gefällt, bestehend aus den Mitarbeitern von St. Josef, den Eltern oder Erziehungsberechtigten des Kindes, der zuständigen staatliche Organisation und dem Kind selbst. In allen Fällen steht das Wohlergehen und die Sicherheit des Kindes im Vordergrund.

Wie lange bleibt ein Kind in der Regel in der St. Josefs Schule?

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer eines Schülers in der Grundschule beträgt dreieinhalb Jahre.

Wo gehen die Kinder zur Schule ?

Die Jüngsten sind in der auf dem Campus gelegenen Grundschule. Ältere Kinder besuchen weiterführende öffentliche Schulen (College, High School) in Chamberlain.

Woher kommen die Kinder, die die St. Josefs Indianerschule besuchen?

Die Mehrheit der Kinder kommen aus fünf Indianerreservaten in Süddakota: Crow Creek, Lower Brule, Cheyenne River, Rosebud und Pine Ridge. Die Schule betreut auch Kinder aus anderen amerikanischen Bundesstaaten. Einige stehen unter staatlicher Vormundschaft oder befinden sich in der Obhut ihrer Stammesgemeinschaft oder sind St. Josefs aufgrund einer gerichtlichen Entscheidung zugewiesen worden.

Wo liegt die St. Josefs Indianerschule genau?

Sie finden uns im südlichen Teil von Süddakota, im Gebiet der Stadt Chamberlain. Der Campus befindet sich am östlichen Ufer des Missouri im Schatten der großen Ulmen, Pappeln und nahe einer Käserei. Es bietet eine ideale und ruhige Lage für die Kinder und Jugendlichen, die wir betreuen.

Wie wird für die Kinder gesorgt?

Ursprünglich war die St. Josefs Indianerschule ein Internat, wie alle anderen Schulen für indianische Kinder. Seit 1982 leben die Kinder in sogenannten Familienverbänden, die ein stabiles Zuhause bieten. Die 20 Familienverbände betreuen bis zu 12 oder 13 Kinder. Ausgebildete Erzieher stellen die Kinderbetreuung sicher, sorgen für die soziale Integration und Entwicklung der Fähigkeiten eines jeden einzelnen Bewohners, und achten darauf, was am besten für seine materiellen, psychischen und spirituellen Bedürfnisse geeignet ist. Die Ausbildung und Schulung der Mitarbeiter sind Teil des Programms. Die Arbeit mit den Kindern wird regelmäßig geprüft, um sicherzustellen, dass sie die bestmögliche Betreuung erhalten.

Was gibt es bei einem Besuch der St. Josefs Indianerschule zu sehen?

Das Museum und Kulturzentrum „Akta Lakota“ auf dem Campus ist ganzjährig geöffnet.

Öffnungszeiten:
Im Sommer ist es von 8 bis 18 Uhr (Montag bis Samstag) und Sonntags von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Ab dem ersten Montag im September ist das Museum von 8 bis 17 Uhr (Montag bis Freitag) geöffnet [Central Standard Time]

  • Campus-Besuche mit Führung (einschließlich Museumsbesichtigung)
  • Die Kapelle „Unserer Lieben Frau von den Sioux“, mit ihrem indianischen Kunstgewerbe, schönen Glasfenstern und Wandteppichen und dem indianischen Christus von Oscar Howe, einem berühmten Künstler der Crow Creek Sioux. Sie finden hier ein getreues Spiegelbild des reichen Erbes der Lakota-Gemeinschaft, das eigens der St. Josefs Indianerschule gewidmet ist.
  • Die große Orgel der St. Aloysius Gemeinde in Milwaukee, Wisconsin, gespendet und in Betrieb genommen im Jahr 1997.

Auf welche Weise können Pakete zur St. Josefs Indianerschule geschickt werden?

Die Postadresse lautet: St. Josefs Indianerschule, 1301 N Main St., PO Box 89, Chamberlain SD 57325, USA

Kann ich freiwillig in der St. Josefs Indianerschule mitarbeiten?

Nein. Die Versicherungsbestimmungen und die Verpflichtung zur offiziellen Anerkennung der Befähigung der Betreuer haben den Einsatz von Freiwilligen auf dem Campus stark reduziert. Auf Grund derartiger Bestimmungen ist die Mitwirkung von freiwilligen Helfern allgemein immer schwieriger geworden und dies gilt in noch stärkerem Maße für Organisationen wie der St. Josefs Indianerschule, die die ihnen anvertrauten Kinder rund um die Uhr betreuen.

Welche sozialen Hilfsprogramme bietet die Schule an?

Zusätzlich zur Unterbringung in Familienverbänden stellt die Schule spezielle Angebote für Lakota-Kinder aus zerrütteten oder dysfunktionalen Familien zur Verfügung:

  • Unterstützung von Projekten und Aufgaben in den fünf Reservaten in Süddakota
  • Begleitung von jungen Lakota während ihrer Ausbildung
  • Schutz für misshandelte Frauen
  • Bereitstellung von sozialen und psychologischen Betreuungsleistungen
  • Einrichtung von Second-Hand-Boutiquen
  • Organisation einer mobilen Bibliothek

Haben die Schüler Brieffreunde?

Ja, aber diese Aktivität ist erst in der Projektphase. Im Moment sind die jüngeren Internatsschüler nicht wirklich in der Lage, dauerhafte Brieffreundschaft einzugehen.

Wer sind die Erziehungsberechtigten dieser Kinder?

Die Personen (Eltern, Familie, Vormund oder ein durch eine gerichtliche Institution Bestellter), die das Kind bei St. Josefs betreuen lassen, bleiben seine Erziehungsberechtigten. Manche Kinder werden der St. Josefs Indianerschule per Gerichtsbeschluss zugewiesen.

Wie alt sind die Kinder bei der Aufnahme?

Die jüngeren Bewohner sind 6 Jahre alt und kommen in die erste Klasse. Eine eigene Grundschule (1.-8. Klasse) wird auf dem Campus betrieben. Dann gehen die Kinder auf weiterführende Schulen in Chamberlain.

Gibt es eine Warteliste für die St. Josefs Indianerschule?

Ja. Freie Plätze werden immer sehr schnell wieder besetzt.

Gibt es Kinder, die abgelehnt werden?

Bedauerlicherweise ja: Es können keine Kinder aufgenommen werden, die permanent betreut werden müssen. Das überfordert die Betreuer bei einem Verhältnis von einem Erwachsenen auf bis zu sechs Kinder. Es werden auch keine Kinder aufgenommen, die in einer stabilen Familie leben und die Hilfe von St. Josefs nicht benötigen.

Nach welchen Kriterien werden Kinder an der St. Josefs Indianerschule aufgenommen?

Ein Familienfürsorger führt mit jedem Kind in seiner Familie ein Gespräch und bestimmt dann das schulische Niveau und die Lernfähigkeit. Kinder werden nach ihrem Bedarf an institutioneller Pflege aufgenommen, mit der ausdrücklichen Zustimmung der Eltern oder Erziehungsberechtigten.

Wie bewahrt die St. Josefs Indianerschule das kulturelle Erbe der Lakota?

Die Schule bringt den Lakota-Kindern ihr Erbe auf unterschiedliche Weise näher:

  • durch Unterrichtung der Sprache, Kultur und Traditionen der Lakota in unserer Schule;
  • durch einen Verein, der die Aufgabe hat, Tänze und traditionelle Lieder der Ureinwohner zu lehren und das Verständnis dafür zu fördern;
  • durch das jährlich stattfindende Powwow auf dem Campus – durch Spezialisten für die Lakota;
    Kultur in unserem Lehrkörper;
  • durch das Museum und Kulturzentrum „Akta Lakota“;
  • durch Stellungnahmen und Empfehlungen von Lakota-Ältesten.

Wie viele Lakota-Kinder sind in den Familienverbänden von St. Josef untergebracht?

Über 200 Kinder werden betreut, 12 bis 13 pro Haushalt. Alle „Familien“ leben auf unserem Campus in Chamberlain, Süddakota.