Stolz sein auf die Lakota-Kultur

Kultur wird definiert als bewährte Überzeugungen, soziale Normen, Bräuche und Traditionen einer Gruppe von Menschen. Faktoren wie Geographie, Geschichte, Sprache und Generationen von Spiritualität, Geschichten und Traditionen sowie die Kultur eines bestimmten Stammes oder Volkes. Die Ureinwohner Amerikas sind keine Ausnahme.

Die indianische Kultur wird manchmal als ein Ding aus der Vergangenheit betrachtet. Zeitgenössische Powwows, Kunst und die Wiederbelebung der Lakota-Sprache erzählen jedoch eine andere Geschichte. Sie werden jedes Jahr und im ganzen Land praktiziert und, wie jede Kultur und Sprache, entwickeln sich die Praktiken ständig weiter. Obwohl es Gemeinsamkeiten gibt, variiert die genaue Bedeutung hinter den verschiedenen indianischen Überzeugungen und Traditionen zwischen Stämmen, Clans und Individuen. Was eine Gruppe glaubt oder praktiziert, könnte einer anderen ähnlich sein, hat aber Unterschiede.

Eine Tradition ist das Herzstück der St. Josefs Indianerschule – „Die vier Himmelsrichtungen“

Die vier Himmelsrichtungen

Als Teil der Lakota-Kultur sehen die Menschen, wenn sie beten oder etwas Heiliges tun, dass die Welt vier Himmelsrichtungen hat. Aus diesen vier Richtungen – Norden, Osten, Süden, Westen – kommen die vier Winde. Die besondere Bedeutung jeder der vier Richtungen wird von bestimmten Farben begleitet, und die Form des Kreuzes symbolisiert alle Richtungen. Wie bei vielen indianischen Überzeugungen und Traditionen variieren die spezifischen Details zu den Farben, die mit den Richtungen verbunden sind.

Osten (Gelb)

Die Richtung, aus der die Sonne kommt. Das Licht dämmert am Morgen und breitet sich auf der Erde aus. Dies ist der Beginn eines neuen Tages. Es ist auch der Beginn des Verstehens, denn Licht hilft uns, die Dinge so zu sehen, wie sie wirklich sind. Auf einer tieferen Ebene steht der Osten für die Weisheit, die Menschen hilft, ein gutes Leben zu führen. Traditionelle Menschen stehen am Morgen auf, um vor der Morgendämmerung zu beten und Gott um Weisheit und Verständnis zu bitten.

Süden (Weiß)

Da der Südhimmel der höchste Sonnenstand ist, steht diese Richtung für Wärme und Wachstum. Die Sonnenstrahlen sind kraftvoll, dass sie die Erde zum Leben erwecken. Es heißt, dass alles Leben aus dem Süden komme. Auch warme und angenehme Winde kommen aus dem Süden. Sobald Verstorbene in die Geisterwelt eintreten, gehen sie entlang der Milchstraße zurück gen Süden — und kehren somit an ihren Ursprung zurück.

Westen (schwarz)

Im Westen geht die Sonne unter und der Tag endet. Deshalb ist der Westen die Richtung für das Ende des Lebens. Wie Black Elk sagte, „… hin zur untergehenden Sonne seines Lebens.“ Der große Donnervogel lebt im Westen und sendet Donner und Regen aus dieser Richtung.  Aus diesem Grund ist der Westen ist auch die Quelle des Wassers: Regen, Seen, Bäche und Flüsse. Ohne Wasser gibt es kein Leben, weshalb der Westen lebenswichtig ist.

Norden (rot)

Der Norden bringt die Kälte und die rauen Winde des Winters. Diese Winde sind reinigend und dafür verantwortlich, dass das Laub herabfällt und die Erde sich unter einer Schneedecke regenerieren kann. Wenn es jemand schafft, sich diesen Winden zu stellen, wie der Bison, der sein Haupt gegen den Sturm stemmt, hat er Geduld und Ausdauer gelernt. Im Allgemeinen steht diese Richtung für Not und Entbehrung. Deshalb repräsentiert der Norden die Prüfungen, die die Menschen ertragen müssen und den Reinigungsprozess, dem es sich zu unterziehen gilt.

**Anm.: Beten die Lakota mit der Heiligen Pfeife, nehmen sie zwei weitere Richtungen hinzu: Himmel und Erde. Der Große Geist  – „Wakan Tanka“ wohnt hoch oben wie der Adler am Himmel; die Farbe dieser Richtung ist blau.  Die Erde ist Mutter und Großmutter zugleich und von ihr kommt die Nahrung.  Die Farbe dieser Richtung ist grün und steht für alle wachsenden Dinge. **

(Angepasst von Ron Zeilinger’s Lakota Life)

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